Aufbau einer Nordwest

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Moderator: Joachim

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bcalloy
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Re: Aufbau einer Nordwest

Postby bcalloy » Mon Jun 12, 2017 2:50 pm

Moin,

@HP: Was heißt ewiges Gelästere, ist doch okay andere Meinungen zu hören, wenn's fachlich funzt. Ich bin halt Autodidakt und darf mir sowas leisten.
Natürlich mache auch ich keine teuren Experimente und suche mir alles sorgfältig aus. In 40 Jahren hat's auch mal 'ne 10 x 5 m (BxH) große Öl-Wasserwolke im Naherholungsgebiet gegeben und auch mir ist beim Heizen mal ne Verschlußschraube (Kickstarterwelle Oschersleben 8/2000) 'rausgeflogen - Sturz konnte mit dem verölten Reifen gerade noch verhindert werden. Dabei bliebs aber, was größere Schäden angeht.
Die Tulpenform der E-Ventile ist doch gerade der Gewichtsbringer im Sinne von leichter; allerdings auf Kosten besserer Umströmung!
Das Material (besorge noch die Daten aus dem Katalog) geht auch völlig in Ordnung. Ebenso der Preis. Titan war damals noch zu diffizil in meinen Augen. Jetzt allerdings nicht mehr . . . :mrgreen: .
Der riesige Vorteil der eingesparten Kopfdichtung ist der viel bessere und vor allem gleichmäßigere Wärmeübergang Zylinder/Kopf und auch das Einsparen eines Dichtspaltes. Wir reden hier aber auch von einer um fast 80% gesteigerten Belastung durch eine entsprechend gute Verbrennung.
Athena KoDi's, die shon bei serienmäßiger Leistung langsam durchsiffen, versagen umgehend.
Spätestens nach 5.000 km muß aber neu abgedichet werden. Da fallen aber sowieso noch andere Kontrollen an, sodass es in Ordnung (für mich) ist.
Dazu verwende ich Würth-Rot, die von Dir nicht besonders geschätzte aber recht hitzebeständige Paste. Der O-Ring für den neu angesenkten Ölsteigkanal ist größer und identisch mit dem einer O-Ringkette(!?!). :wink:
Allerdings hat man für die fehlende Kopfdichtung und dadurch zu lang gewordenen Zahnriemen(oder kürzer werdenden Kopf) "Ersatzlänge" zu schaffen, um die Steuerzeiten nicht zu verändern. Auf der einen Seite machts der Spanner, auf der anderen die Umfangvergrößerung der Wapu (Bild).
Auch der O-Ring aus dem Heim'schen Reportoire fand zunächst dort seinen Platz in der von Volker gefrässten Nut.
Allerdings ist der nicht wirklich notwendig. Was kann er besser, als die Silikonpaste?
Bei jeder zweiten Abdichtung muß zusätzlich noch 'n Zehntel (Zylinderdichtfläche genauso) abgeschlffen werden, um eine neue Rauigkeit herzustellen.
Heute läuft dieser Kopf wieder mit ner Dichtung, weil's nach dreimal schleifen zu eng wurde mit den Ventilen, die immerhin noch einen Zahn hoppeln dürfen, bevor es zur äußersten Belästigung kommt. Die maximale Überschneidung beträgt 7mm. Er dient nun als Ersatzmotor für alle Fälle.

Die Götze Dichtungen sind sicher die mit der 98er Bohrung, oder?

@ Carsten: Interessant dieser Tipp!

Grüße
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Re: Aufbau einer Nordwest

Postby Dietmar » Mon Jun 12, 2017 4:32 pm

Es gibt auch deutsche Hersteller für kundenspezifische Flachdichtungen.
Die fertigen auch Einzelne / Kleinserien und in allen Güten an.

Vielleicht ist das Porto aus Solingen billiger als über den Teich.

Der Link wäre https://www.elmeso-reban.de/automotive.php

Die haben schon für Forenuser Bigbore Dichtungen angefertigt.
Nur mal so, als Info.

LG Dietmar
Die Strecke ist der Weg und ist dieser auch noch so verworren, sollte Er wenigstens kurvenreich sein !

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Joachim
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Re: Aufbau einer Nordwest

Postby Joachim » Mon Jun 12, 2017 4:57 pm

Carsten wrote:... für gelaserte Alu-Dichutungen...


sicher gelasert? Oder wasserstrahlgeschnitten?
Bei Alu lehnen hier alle Laserlaeden dankbar ab.
Das wuerde den Laser versauen oder so.
Kann aber auch sein, dass die nur keine Lust fuer solchen Extrakram haben.

BTW hast du eine Datei zu der Dichtung ;)

ciao Joachim
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Re: Aufbau einer Nordwest

Postby garagien » Mon Jun 12, 2017 7:18 pm

Frank,
ja die Goetze haben die Normalbohrung. Die blauen Athena gehen für Normalanwendung. Viel schlimmer sind die komischen roten bzw. rotbraunen no name Dichtungen, die gehen ja schon beim Anlassen durch, sind aber hoffentlich nicht mehr im Umlauf.
Die Vor-Nachteile einer dichtungslosen Verbindung sind klar, die Heimsche Nut habe ich auch ausprobiert, ohne Erfolg.
"Unsere" dreilagigen Metalldichtungen werden in 100 bzw 102 (oder 105?) gefertigt und bieten natürlich auch einen viel besseren Wärmeübergang.
Nach good engineering practise sollten Dichtungen eigentlich pampenfrei eingesetzt werden. Diese rote Dichtungsmasse wird grenzüberschreitend sehr häufig eingesetzt, habe gerade einen Motor von diesem Zeugs befreit giggle Ich akzeptieren das für die drucklose Abdictung der Wasserkanäle, da nehme ich aber lieber mein kermitgrünes Zeugs, dass sich in Öl auflöst und nicht die Ölkanäle verstopft.
Wie immer eine Frage der eigenen Erfahrungen.
Gruß
HP

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Re: Aufbau einer Nordwest

Postby Joachim » Mon Jun 12, 2017 7:48 pm

garagien wrote:..., da nehme ich aber lieber mein kermitgrünes Zeugs, dass sich in Öl auflöst ...


Details please

;) Joachim
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Re: Aufbau einer Nordwest

Postby garagien » Tue Jun 13, 2017 5:06 am

na, na, na Joachim
Du hattest mir doch noch die ganzen Garagien Dateien geschickt zum Überarbeiten. Da steht das drin. Hatte mal Streit mit dem Hersteller von Hylomar blau wegen Popel im Ölkanal. Damals gab es die Empfehlung auf Curil T (bitte nur T, K2 ist ähnlich übel, trocknet aus und splittert dann ab) zu wechseln. Das nehme ich jetzt seit Jahren, gibts auch bei Polo oder Louis. Im Internet gelegentlich zum halben Preis, habe mich gerade wieder mit zwei großen Tuben versorgt. Alles Zeugs auf Silikonbasis ist ähnlich "schlecht" (es sei denn es wird sinnvoll nur ganz minimal aufgetragen). Wenn ich schon Motore sehe, wo das rote, weiße, etc. Zeugs aus den Dichtflächen quillt, mache ich einen großen Bogen drum. Leider landen die Dinger gelegentlich auf meiner Werkbank und das sage ich euch, ist eine echte Sauerei die Motorteile von dem Zeugs zu befreien. *deibel*
Gruß
HP

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Re: Aufbau einer Nordwest

Postby bcalloy » Tue Jun 13, 2017 3:23 pm

Moin,

tja, die eigenen Erfahrungen . . . . . . . .!
Grobes und fettfreies Reinigen der Fläche reicht - restlos muß es nicht entfernt werden, denn zusammen mit dem neuen Auftrag der roten Paste
und einer ausreichenden Rauigkeit und unterschiedlichen Richtungen beim Schliff (darauf kommt es an) beider Dichtungspartner gibt es den gewünschten "Verzahnungs-" oder Labyrintheffekt.
Das dünne Auftragen ist schon wichtig, denn wer will denn was verschwenden. :wink:
Die Erschütterungen der Explosionen im Brennraum unterminieren die Dichtheit als eigentliche Ursache. Dieser Prozess kann aber durch stärkere Stehbolzen/Dehnschrauben verlängert werden. Irgendwann zieht er dann halt mal (Trink)Wasser.

Hier noch die versprochenen Einlassventilmaße und Bestellnummern aus dem 99er TRW-Katalog aus der simplen, aber völlig ausreichenden CrSi- Legierung.
Etwas gekürzt und danach luftgehärtet, sehen sie aus wie DLC-beschichtet, was einen Ingenieur eines ehemals namhaften DTM-Teams als "etwas übertrieben" bezeichnete.
Hebbt wi lacht!
Das Auslassventil kann man auch nehmen und statt des serienäßigen einfach einbauen, wenn man die passenden Sitze dazu hat und den Brennraum um die Ventile herum so belässt.
Die Dieselventile haben 8mm Schäfte und bestehen aus einem anderen Material (logisch).
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Re: Aufbau einer Nordwest

Postby Joachim » Tue Jun 13, 2017 4:31 pm

garagien wrote:Du hattest mir doch noch die ganzen Garagien Dateien geschickt zum Überarbeiten.


und du glaubst dass ich mich da noch dran erinnere ;)

Damals gab es die Empfehlung auf Curil T


und das ist Gruen?
Ich denke ich hatte auch mal eine Tube davon
Aber gruen?
Muss ich mal nachsehen

ciao Joachim
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