Aufbau einer Nordwest

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Moderator: Joachim

Rico 600 ccm
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Aufbau einer Nordwest

Postby Rico 600 ccm » Tue Jun 06, 2017 8:39 pm

Hallo Leute ich hoffe das ich hier richtig bin.
Ich hatte am Sonntag 4 gut Herren getroffen die gerade von Gilera treffen gekommen sind das ganze war kurz vor Daum in.

Ich selber baue gerade eine Nordwesten wieder auf die einen Motorrad schaden hatte das üblich wie ich hörte der Zahnriem machte es nicht mehr.

Aber sie läuft wieder neue Ventiele ganz einfache Standarte von Audi und Vw.

Ich bräuchte aber nicht Hilfe :( bei der Verkabelung ein Schaltplan wäre toll.

Und was man sonst noch so brauch als Neuling :wink: .

Gruß Rico.

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Joachim
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Re: Aufbau einer Nordwest

Postby Joachim » Tue Jun 06, 2017 8:45 pm

Zufaelle gibt's giggle

Ich klaue mir mal deine E-Mail Adresse aus der Anmeldung und schicke dir was.

ciao Joachim
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Rico 600 ccm
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Re: Aufbau einer Nordwest

Postby Rico 600 ccm » Tue Jun 06, 2017 8:58 pm

Ja klar kein Problem ich bin dankbar über jede Hilfe vielen dank für die schnelle Antwort *danke*

chuunoof
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Re: Aufbau einer Nordwest

Postby chuunoof » Fri Jun 09, 2017 6:45 am

Kannst du uns verraten welche Ventile du verbaut hast?
Bzw. von welchen Auto die waren?

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Joachim
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Re: Aufbau einer Nordwest

Postby Joachim » Fri Jun 09, 2017 8:14 am

ein Portugiese hat seine Nordie mit VW Einlassventilen repariert. Nummer ist da.
Dokumentiert bei den Englaendern im Forum.
Irgendwie funktioniert da aber die Suchfunktion genau so gut wie die hier ;)
Aber Pete hat mir den Beitrag raus gesucht.
Muss den ganzen Kram jetzt aber noch lesen.
Irgendwie hatte ich in Erinnerung dass der Motor danach nochmal gestorben ist.
Mal sehen.

ciao Joachim
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garagien
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Re: Aufbau einer Nordwest

Postby garagien » Fri Jun 09, 2017 9:52 am

schwere Autoventile sind genau richtig für die NW Landmaschinentechnik giggle
Bedenke, ein Autoventil, ausgelegt für 6000 rpm ist nicht immer gut geeignet für Motore, die an die 9000 rpm drehen. Die materialbedingten Sicherheitsmargen sind in der Industrie schon seit Jahren aus kostengründen massiv reduziert worden.
Kann gut gehen, es soll sich nur keiner beschweren, wenn so ein Ding abreisst :kacke:

Gruß
HP

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Joachim
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Re: Aufbau einer Nordwest

Postby Joachim » Fri Jun 09, 2017 10:06 am

Gefunden...
Die Ventile die damals bei dem Portugiesen gepasst haben hatten folgende Bezeichnung
SEAT/VW R6205/S
Einlass
Aber... die Kiste hat anschliessend ganze 7 Kilometer gehalten.
An was das dann letztlich gelegen hat kann ich nicht klaeren.
Er hatte erst mal einen Zahnriemenriss.
Anschliessend nur die Einlassventile ersetzt. Alle Fuehrungen und die Auslassventile blieben drin.
Wobei fuer mich die Bilder zeigten dass auch auslasseitig Abdruecke vorhanden waren.
Auch den Kolben lies er drin und hat nur die Ringe gegen was von Mitsubishi getauscht.
Es muessen also nichtg unbedingt die VW Ventile gewesen sein ;)
Das Drehzahlargument waere allerdings auch meine Sorge.
Bei identischen Abmessungen kann ja auch noch der Werkstoff was ganz anderes sein.
Ausserdem sind die VW Ventile wohl auch etwas zu lang.
Abschleifen?
Sollte man die dann nicht neu haerten?

ciao Joachim
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garagien
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Re: Aufbau einer Nordwest

Postby garagien » Fri Jun 09, 2017 10:32 am

Oha,
ein vermeintlich interessantes Thema endet im Irrgarten eines Gruselkabinetts.
Anhand der Ventilnummer könnte man schon herausbekommen, aus welchen Materialien ein Ventil besteht, Teller, Schaft, Schaftende. Früher gabs mal von ATE tolle Ventilkataloge, da stand alles drin, heute Internet? Kein Ahnung.
Das Schaftende sollte zumindest im Keilbereich gehärtet sein. Es gab allerdings wohl auch bei der NW bei Serienventilen ein "Härteproblem". Ich kenne mindestens 3 Motore bei denen sich plötzlich erhöhtes Ventilspiel einstellte, da das Ventilende verformt (plattgehämmert) wurde. Der Feiltest bringt die Wahrheit an den Tag. Mein NSU 501 OSL von baujahr 1936 hat so hübsche gehärtete separate Ventilkäppchen, die werden einfach auf den 10er Schaft gestülpt und man spart sich das Härten des Ventils. Geht gut bei Motoren bis 4000 rpm, echte solide Traktorentechnik, nix für die Gileras.
Ein Autodieselventil ist in der Veteranenszene ganz beliebt, da Dieselventile aus höherwertigerem Material bestehen. Da kann man sich ganz prima Motoradventile draus drehen. Das machen dann aber auch nur Leute, die ein bisserl Grundkenntnisse haben.
Da aber generell die Ersatzteilversorgung hinsichtlich Originalventile komplett eingetrocknet ist, muss man sich schon mal um Alternativen kümmern. Eine renommierte Zylinderschleiferei kann da mit Tipps helfen. Ich habe z. B. einen Saturnomotor mit KTM Ventilen, der vor ca. 13 Jahren gemacht wurde und immer noch prima läuft. Diese ...Ventile sind qualitativ schon prima, aber auch nicht für umsonst zu bekommen wie ein Autoventil für 8 €.
Gruß
HP

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Re: Aufbau einer Nordwest

Postby oekotopia » Sat Jun 10, 2017 11:04 pm

:D
Hallo,
ich hab vor Jahren mal einen Zylinderkopf in Oberursel gesteigert und der
Verkäufer hat in einer Zylinderschleiferei gearbeitet,er hat erzählt das die
Actros-Ventile vom Tellerdurchmesser bei der Nordi passen und nur
gekürzt werden müssen,das geht aber nicht mit der Eisensäge. giggle
Grüße Georg
Wer früher stirbt ist länger tot.

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Mr. NORKA
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Re: Aufbau einer Nordwest

Postby Mr. NORKA » Sun Jun 11, 2017 10:07 am

Dremel for ever :mrgreen:

Der Malte.

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bcalloy
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Re: Aufbau einer Nordwest

Postby bcalloy » Sun Jun 11, 2017 6:16 pm

Moin,

also VW-Ventile (38er, auf dem Bild unten) sind für meine 604 Motoren auch verwendet worden.
Das Gewicht ist bei den von mir gewählten nahezu identisch mir den Originalen und der leichte Unterschied in der Schaftlänge (kürzer) wurde durch den höheren Nockenhub so gut wie kompensiert. Die Einlass- und Auslassventilsitze wurden etwas kürzer gewählt und der Brennraum durch Abtragen (s. auch weiter unten) angepasst. Das lässt sich durch messen genau einstellen.

Die Drehzahlbegrenzung wird nicht nur durch das Gewicht des Ventils beschränkt. Die mangelnde Drehwilligkeit wird durch das gesamte Ventiltriebkonzept beeinflusst und ist ein großes Problem und daher ein Thema für sich.

Da ich gleichzeitig auf eine Kopfdichtung verzichtet habe, musste ca. 1mm von der Brennraumfläche plus Quetschflächenanteil X entfernt werden, um die Verdichtung unter 12:1 zu halten. Und ja: Die KTM Ventile kann man auch nehmen, wenn sie größer sind . . . . . . . :)
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Re: Aufbau einer Nordwest

Postby Joachim » Sun Jun 11, 2017 6:39 pm

bcalloy wrote: Die mangelnde Drehwilligkeit wird durch das gesamte Ventiltriebkonzept beeinflusst und ist ein großes Problem und daher ein Thema für sich.


Na komm... obenliegende Nockenwellen und Schlepphebel sind doch gerade wieder gross in Mode.

giggle Joachim

PS ich suche wieder Kalenderbilder. Darf ich die in die Liste aufnehmen?
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Re: Aufbau einer Nordwest

Postby bcalloy » Sun Jun 11, 2017 9:29 pm

Hallo Jo,

wennst willst.

Gruß
Schraddelaugust

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Re: Aufbau einer Nordwest

Postby garagien » Mon Jun 12, 2017 5:47 am

Moin,
Danke, hatte schon die Hoffnung aufgegeben, einen brauchbaren Kommentar auf mein ständiges Gelästere zu bekommen. Zeigt doch, dass in kundiger Hand selbst „Autoventile“ zu einer funktionierende Einheit gefügt werden können (aber mal ehrlich, diese Tulpenform ist doch echt antik giggle , solche Ventile sind schon in meiner NSU-OSL 501 von 1936 verbaut). Hoffentlich ist die gezeigte Überschneidung kein Betriebspunkt, das ist ordentlich knapp. Wir mussten gerade noch bei einem Standard-NW-Motor zwei Ventile austauschen. Der Motor lief ohne Begrenzer und der Fahre hatte (Rennstreckenbedingt) das Gas etwas stehen lassen und die Ventile titschten auf den Kolben bzw. die Ventilfedern haben versagt.
Das Thema ohne Kopfdichtung habe ich nach mehreren Versuchen und viel Geld aus dem Fenster werfen, aufgegeben.
Hatte kürzlich das Glück über Italien ein Paket originaler Goetze Dichtungen zu bekommen, für mich die Besten überhaupt. Allerdings sollte man auch diese nicht ohne kleinere Umarbeiten einbauen. Für unsere schnelleren Motoren haben sich Mehrschichtmetalldichtungen bewährt. Die kommen aus der Dragsterszene und werden in Amerika gefertigt.
Gruß
HP

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Re: Aufbau einer Nordwest

Postby Carsten » Mon Jun 12, 2017 8:50 am

Hallo,

für gelaserte Alu-Dichutungen kann ich den Michael Bongen von pirateracing.de empfehlen. Er hat mir für die
Saturno eine Dichtung machen lassen und seit dem ist trotz erhöhter Verdichtung Ruhe.

Auch für schierigere Instandsetzungen kann ich die Firma empfehlen (ich bekomme keine Provision).

Viele Grüße

Carsten


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